Der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung steigt weiter
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gefährdet die Versorgung
Die aktuellen Zahlen zeigen erneut deutlich: Der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung steigt weiter an. Nach dem Zi-Trendreport 2025 wurden im vergangenen Jahr bundesweit 14,6 Millionen Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie verzeichnet. Damit stiegen die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr erneut um 3,6 Prozent und verzeichnen somit den stärksten Anstieg bei den einzelnen Versorgungsbereichen. Besonders dynamisch entwickelte sich die Gruppenpsychotherapie, deren Fallzahlen gegenüber 2024 um 23,6 Prozent auf rund 464.000 zunahmen. Die Zahl der Einzeltherapien blieb mit 4,4 Millionen Behandlungsfällen auf einem konstant hohen Niveau. Der Trendreport zeigt außerdem, dass auch die Fallzahlen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie bei den nichtärztlichen Psychotherapeut*innen erneut überdurchschnittlich gestiegen sind.
Auch die DAK Gesundheit berichtet für das erste Halbjahr 2026 von einer besorgniserregenden Entwicklung. Laut Krankenstandsanalyse stiegen Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen um neun Prozent. Damit sind psychische Erkrankungen inzwischen die häufigste Ursache für Krankschreibungen.
„Die aktuellen Zahlen zeigen es schwarz auf weiß: Der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung wächst deutlich. Gleichzeitig wird ausgerechnet die ambulante Psychotherapie budgetiert und das Recht auf eine angemessene Vergütung gestrichen. Das wird auch dazu führen, dass zahlreiche Therapieplätze wegfallen. Dieses Gesetz ist eine Katastrophe für psychisch erkrankte Menschen und Psychotherapeut*innen“, kritisiert Dr. Heike Winter, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen.
