Corona-Pandemie sorgt für höheren Bürokratieaufwand in Praxen

06.11.2020 | Kategorien: |

KBV ermittelt Anstieg um 1,3 Prozent.

Zum fünften Mal hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ihren Bürokratieindex herausgegeben. Danach ist der Bürokratieaufwand in ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent gestiegen. Das läge allerdings nicht an neuen Richtlinien oder Anforderungen, so heißt es, sondern an der steigenden Fallzahl.

Eine zusätzliche Bürokratiebelastung sei auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen. 55,8 Millionen Netto-Arbeitsstunden verursachten verschiedene Informationspflichten, das sind rund 715.000 Stunden mehr als im Vorjahr. In der Umrechnung ist das ein zusätzlicher Tag Mehraufwand pro Praxis im Jahr. Am deutlichsten sticht hier die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung heraus: Auf sie allein entfallen laut dem Bericht circa 561.000 Nettostunden mehr als noch im letzten Jahr. Dahinter steckt allerdings auch eine bis zum Auftreten der Corona-Krise positiver Effekt: die Beschäftigungsqoute war sehr hoch.

Die KBV erhofft sich eine Erleichterung durch mehr Digitalisierung bei den Niedergelassenen. Die Pflichten, die mit der Teleinformatikstruktur einhergehen, bedeuteten jetzt aber erst einmal einen Mehraufwand.

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