Stopp! GKV-Spitzenverband plant Kürzung der Honorare für Psychotherapie

05.02.2026 | Kategorie:

Im Vergangenen Jahr hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) in einem Positionspapier beschlossen „Die Sonderstellung psychotherapeutischer Leistungen bei der Kalkulation muss abgeschafft werden“. Das heißt: Die Honorare für psychotherapeutische Leistungen sollen gekürzt und damit dem Sparkurs der Kassen zum Opfer werden. Im März soll das Thema nun im Bewertungsausschuss (BA) geprüft werden.

Stopp! GKV-Spitzenverband plant Kürzung der Honorare für Psychotherapie

Im Vergangenen Jahr hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) in einem Positionspapier beschlossen: „Die gesetzliche Sonderstellung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen muss entfallen.“ Das heißt:  Der GKV-VS beabsichtigt, die Honorare in der Psychotherapie zu kürzen. Dazu steht er mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Verhandlungen. Nach Informationen des Deutschen Ärzteblattes will der GKV-Spitzenverband die Abwertung der Honorare um 10% in den Verhandlungen durchsetzen. Ob diese Forderung realistisch ist, wird im März im Bewertungsausschuss (BA) entschieden.

Die PTK Hessen sagt ganz klar: „So geht’s nicht! Wir sprechen uns deutlich gegen die geplanten Kürzungen aus. Schon heute warten psychisch Erkrankte monatelang auf Hilfe. Die Situation würde sich diese Maßnahmen noch weiter verschärfen“, erklärt Dr. Heike Winter, Präsidentin PTK Hessen.

Psychotherapeut*innen befinden sich im Vergleich mit anderen ärztlichen Gruppen bereits am unteren Ende der Verdienstskala. Eine Kürzung der Honorare gefährdet die aktuell schon angespannte Versorgungssituation in der Psychotherapie – Leistungen könnten wegfallen, eine Niederlassung würde unattraktiver, Sitze könnten nicht nachbesetzt werden und Fachkräfte in andere Berufszweige abwandern, die einen höheren Verdienst versprechen. Gleichzeitig steigt kontinuierlich der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung in unserer Gesellschaft.

„Immer mehr Menschen sind psychisch erkrankt und benötigen dringend psychotherapeutische Hilfe. Unter dem Sparkurs der Krankenkassen leiden am Ende vor allem unsere Patient*innen. Das ist Sparen auf Kosten der Schwächsten und eine absolut inakzeptable Lösung!“, betont Else Döring, Vizepräsidentin PTK Hessen.

Der BA setzt sich gleichberechtigt aus Vertreter*innen des GKV-SV und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammen. Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen, erteilte dem Plan des GKV-SV gegenüber des Ärzteblatts eine klare Absage. Er sagte, diese „Rasenmähermethode“ sei eine übliche Vorgehensweise des GKV-SV geworden, die das Interesse der Patient*innen nicht einbeziehe.

Sie wollen Ihre Stimme gegen die geplanten Kürzungen erheben? Nehmen Sie an der Petition teil.