„Psychotherapeut*innen leisten unverzichtbaren Beitrag“
Gesundheitsausschuss empfiehlt Antrag der Regierungsparteien zur psychotherapeutischen Versorgung in Hessen
Der Gesundheits- und Familienpolitische Ausschuss des hessischen Landtags hat in seiner Sitzung eine Empfehlung ausgesprochen, einen Antrag der Landesregierung zur psychotherapeutischen Versorgung in Hessen anzunehmen. Darin wird die Honorarkürzung durch den Erweiterten Bewertungsausschuss um 4,5 Prozent deutlich kritisiert und betont, dass stabile gesundheitspolitische Rahmenbedingungen notwendig seien, um eine verlässliche ambulante psychotherapeutische Versorgung sicherzustellen – insbesondere für Kinder und Jugendliche und im ländlichen Raum. Darüber hinaus fordert die Regierung, die psychotherapeutische Weiterbildung zu ermöglichen und damit die zukünftige Versorgung zu sichern.
Wenn die Nachfrage steigt und Wartezeiten länger werden, dann darf die Antwort eben nicht Kürzung, dann muss die Antwort vielmehr lauten: stärken, sichern und ausbauen!
Initial hatte die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN einen Setzpunkt und daraufhin einen Antrag zu dem Thema in den Landtag eingebracht. Anschließend folgten alternative Anträge der Regierungsparteien SPD und CDU sowie der FDP. Im Rahmen der 68. Plenarsitzung erläuterten alle Parteien ihre Perspektiven und Forderungen. Im Mittelpunkt standen unter anderem Versorgungssicherheit, der Abbau von Wartezeiten, stabile finanzielle Rahmenbedingungen für psychotherapeutische Praxen und die Finanzierung der Weiterbildung. Die Honorarkürzungen wurden übereinstimmend als Fehler bezeichnet. Auch eine neue Bedarfsplanung wurde parteiübergreifend gefordert, insbesondere durch Dr. Ralf-Norbert Bartelt, Gesundheitspolitischer Sprecher CDU.
Die psychotherapeutische Versorgung in Hessen ist in Gefahr. Die Landesregierung muss sich für besser Rahmenbedingungen für Psychotherapeut*innen einsetzen!
Die Psychotherapeutenkammer Hessen begrüßt die Forderungen der hessischen Landesregierung ausdrücklich. Die Psychotherapie steht aktuell unter enormen Druck. Die Nachfrage steigt, gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen drastisch eingeschränkt. Die Folgen sind absehbar: weniger Planungssicherheit für Praxen, weniger Anreize für niedrigschwellige Angebote und am Ende weniger Therapieplätze. Das trifft vor allem die Patient*innen. Schon heute sind die Wartezeiten zu lang. Weitere Einschnitte werden den Zugang zur Behandlung zusätzlich erschweren und notwendige Therapien verzögern, was die Gefahr der Chronifizierung von psychischen Erkrankungen stark erhöht.
Wir freuen uns, dass die Parteien unsere Anliegen unterstützen und ebenso um die psychotherapeutische Versorgung in Hessen besorgt sind. Vielen Dank an die Partei Bündnis 90/Grüne, dass sie dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt haben.
Unser Berufsstand steht aktuell unter enormen Druck. Bereits umgesetzte und geplante Sparmaßnahmen bedrohen die psychotherapeutische Versorgung und senden ein fatales Signal an die Psychotherapeut*innen, die sich tagtäglich für psychisch Erkrankte Menschen einsetzen. Aus diesem Grund benötigen wir jede Unterstützung, um diese Angriff auf die Psychotherapie zu stoppen und bedanken uns bei den Landtagsfraktionen.
Antrag SPD und CDU https://starweb.hessen.de/cache/DRS/21/0/04420.pd%66
Antrag Bündnis 90/Die Grünen https://starweb.hessen.de/cache/DRS/21/0/04470.pd%66
Antrag FDP https://starweb.hessen.de/cache/DRS/21/1/04461.pd%66
Plenarsitzung https://hessischer-landtag.de/termine/68-plenarsitzung
