Perspektiven der Infrastruktur – Versorgungssicherheit für Hessen

22.04.2026 | Kategorien: | |

Gestern fand die feierliche Übergabe des Weißbuchs „Perspektiven der Infrastruktur – Versorgungssicherheit für Hessen“ durch das Bündnis „Kammern in Hessen“ im Kurhaus in Wiesbaden statt. 16 Problemstellungen und 16 passende Lösungsvorschläge direkt aus der Praxis erhielt die Landesregierung, vertreten durch Staatsministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Staatsministerin Heike Hofmann und Staatssekretärin Ines Fröhlich.

Perspektiven der Infrastruktur – Versorgungssicherheit für Hessen

Bündnis Kammern in Hessen übergibt Weißbuch an Landesregierung

Wiesbaden, 22. April 2026 – Gestern fand die feierliche Übergabe des Weißbuchs „Perspektiven der Infrastruktur – Versorgungssicherheit für Hessen“ durch das Bündnis „Kammern in Hessen“ im Kurhaus in Wiesbaden statt. 16 Problemstellungen und 16 passende Lösungsvorschläge direkt aus der Praxis erhielt die Landesregierung, vertreten durch Staatsministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Staatsministerin Heike Hofmann und Staatssekretärin Ines Fröhlich.

Der Begriff „Infrastruktur“ ist hier breiter zu verstehen: Es geht um viel mehr als klassische Verkehrsprojekte und Mobilität – digitale Netze und Daten, Gesundheits- und Sozialversorgung, Rechts- und Verwaltungsinfrastruktur, Bildung, Forschung und Qualifizierung. Eine gute Infrastruktur ist kein „nice to have“, sondern eine Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Sie beeinflusst Kosten, Effizienz, Innovation und die Attraktivität eines Standorts. Eine funktionierende Infrastruktur ist Grundlage des Vertrauens der Bürger*innen in die Funktionsfähigkeit des Staates und damit ein essenzieller Beitrag zur Sicherung der Demokratie in unserem Land.

Psychotherapeutische Weiterbildung fördern

Welche Rolle nehmen die Heilberufekammern neben den Wirtschaftskammern hierbei ein? Eine funktionierende Gesundheitsversorgung trägt dazu bei, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu verringern und damit den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Sie ist gleichzeitig Standortfaktor bei der Anwerbung hochqualifizierter Arbeitskräfte im globalen Wettbewerb. Um das zu gewährleisten ist eine flächendeckende Versorgung notwendig. Die Realität zeigt aber ein seit Jahren belastetes System. Der Bedarf an Psychotherapie steigt und damit die Wartezeiten auf einen Therapieplatz – eine Aussicht auf Besserung gibt es aktuell nicht. Der Sparkurs der Krankenkassen und der Regierung drohen die Situation noch zu verschlechtern.

Vor diesem Hintergrund fordert die Psychotherapeutenkammer Hessen im Weißbuch zum Thema „Infrastruktur“ das Land Hessen auf, die psychotherapeutische Weiterbildung durch die Einrichtung von Weiterbildungsplätzen in den landeseigenen Betrieben einzurichten und die Weiterbildung finanziell zu fördern. Dadurch soll dringend benötigter Nachwuchs und langfristig die psychotherapeutische Versorgung gesichert werden.

Angesichts zunehmend knapper Ressourcen – finanziell, energetisch und personell – kommt der Weiterentwicklung der Infrastruktur eine zentrale Bedeutung zu. Ziel ist es, bestehende Strukturen effizienter zu gestalten und gezielt zu verbessern. Für eine stabile und lebenswerte Zukunft der Menschen in Hessen.

Dr. Heike Winter

Präsidentin, Psychotherapeutenkammer Hessen

Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum:

„Die Zukunft unserer Infrastruktur in Hessen entsteht nicht am Reißbrett, sondern im engen Schulterschluss zwischen Landesregierung und Wirtschaft. Die Kammern bringen die Erfahrungen aus der Praxis ein, Genau dieses Wissen brauchen wir, um Gesetze besser, einfacher und vor allem alltagstauglich zu machen.

Auf Infrastruktur in Hessen sind wir alle angewiesen – wir prosperieren mit ihr oder stagnieren, wenn Infrastruktur den Bedarfen, den Anforderungen nicht gerecht wird. Deshalb setzen wir konsequent auf Dialog – beispielsweise mit unserer Kommission „Innovation im Straßenbau“. Dort bringen wir alle an einen Tisch, die Verantwortung tragen, und entwickeln gemeinsam Lösungen. Gleichzeitig treiben wir die Digitalisierung voran, etwa durch bessere Baustellendaten und Systeme wie AMS Hessen.

Mir ist wichtig, dass Hinweise aus der Praxis nicht nur gehört, sondern umgesetzt werden. Denn nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir Infrastruktur schneller planen, besser bauen und verlässlicher bereitstellen: Für unsere Wirtschaft und für die Menschen in Hessen.“

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation:

„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist die Grundlage für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Mit unserer Gigabitstrategie, dem Masterplan Mobilfunk und unserer regionalen Rechenzentrumsagenda schaffen wir die Basis für ein starkes und zukunftsfähiges Hessen 2030.“

Heike Hofmann, Hessische Arbeits- und Sozialministerin:

Ich bedanke mich bei den Kammern für die im Weißbuch gebündelten konstruktiven Hinweise und Anpassungsvorschläge zu Infrastruktur und Versorgungssicherheit. Wir als Landesregierung schaffen die Rahmenbedingungen für ein zukunftsfähiges Hessen mit einer starken Wirtschaft. Mein Haus arbeitet hier insbesondere mit großem Einsatz daran, den Boden für die Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften und für eine noch besser gelingende Teilhabe am Arbeitsleben von Frauen, von Menschen mit Behinderung oder Zugewanderten zu bereiten – und somit auch daran, die Situation für Unternehmen und Arbeitgeber zu verbessern, die dringend auf der Suche nach Beschäftigten sind. Zudem stehen wir als Arbeits- und Sozialministerium für Arbeitsschutz und dafür, zu überwachen, dass hessenweit gute und für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber faire Arbeitsbedingungen herrschen.“