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Gleich drei wichtige Tage in der Psychotherapie

11.09.2020 | Kategorien: |

KW 37: Dreimal innehalten und nachdenken.

Über Sinn oder Unsinn von den "Jahreswelttagen" oder der "Tage des .." lässt sich sicherlich streiten. Manche von ihnen sind aber durchaus sinnvoll - wenn sie uns bestimmte Ereignisse, Entwicklungen oder auch Personengruppen ins Gedächtnis rufen, die sonst eventuell in der täglichen Flut an Nachrichten in Vergessenheit geraten dürften. In der Kalenderwoche 37 folgten drei Tage hintereinander, die für Psychotherapeut*innen durchaus von Interesse sind und bei denen es sich lohnt, einmal innezuhalten und nachzudenken.

Am 9. September war "Tag des alkoholgeschädigten Kindes". Immerhin kommen jedes Jahr in Deutschland 10.000 Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom oder kurz FAS auf die Welt. Sie leiden unter bereits vor der Geburt erlittenen Schädigungen - die auf Alkoholkonsum der Mutter zurückzuführen sind. Häufig begleiten diese Kinder Unruhe, Teilleistungsstörungen und auch ein auffälliges Interaktionsverhalten auf ihrem Lebensweg. Psychotherapie kann ihnen helfen. Einen Tag später, am 10. September, war "Weltsuizidpräventionstag". Dieser erfreut sich immerhin schon länger einer erhöhten Aufmerksamkeit. Gerade diese Todesursache stimmt - vor allem bei jungen und physisch gesunden Menschen - sehr bedenklich, weil er in vielen Fällen zu verhindern wäre. Rund eine Million Menschen nehmen sich weltweit pro Jahr das Leben, in Deutschland sind es etwa 10.000. In Frankfurt am Main waren es im vergangenen Jahr 98, hessenweit liegt die Zahl bei circa 750. Ursache kann eine psychische Störung sein, aber nicht jeder, der sich das Leben nimmt, ist psychisch krank. Die Folgen für Angehörige und Freunde sind schlimm - sie bedürfen häufig einer psychotherapeutischen Behandlung. Was wir alle tun können? Genau hinschauen, hinhören, Hinweise ernst nehmen - und Hilfe anbieten.

Hilfe benötigt auch die Gruppe, an die wir am 11. September erinnert wurden. Hier fand der "Tag der Wohnungslosen" statt. Etwa eine halbe Million gibt es in Deutschland laut Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslose. Für sie wächst die Gefahr, noch weiter bis in die Obdachlosigkeit abzurutschen. Diese sind sehr oft mit psychischen Problemen belastet, haben aber nicht einmal eine Krankenversicherung. Für sie muss dringend über neue Versorungsmodelle nachgedacht werden.

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